Mittwoch, 20. April 2011

Blitzeblank


Eines ist gleich aufgefallen im Vergleich zu London: Belfast wirkt teilweise wie sauber geleckt. Na gut, natürlich liegen Sonntag morgens ein paar Überbleibsel der letzten Nacht herum, die allerdings Montagmorgen wieder verschwunden sind. Andauernd steht auch irgendjemand - Stadtreinigung und Privatleute – da und spritzt mit einem Schlauch eine Hauswand ab, Schrubbt eine Mauer oder man wird von einem Straßenreinigungsfahrzeug fast über den Haufen gefahren.
Das Einzige, was auffällt ist die viele Hundekacke auf den Bürgersteigen. Anderswo klappt die Tütchenmethode doch auch, warum dann nicht in Belfast? Und fahren die Reinigungsfahrzeuge im Slalom drum herum oder warum bleiben die Haufen dann alle liegen?
Genau wie die Londoner sind auch die Belfaster erstaunlich unmotiviert, was das Autoputzen angeht. Aber wahrscheinlich liegt es daran, dass für die Inselmenschen das Auto kein Statussymbol sondern ein rein nützliches Etwas ist. Das heißt, dass hier Tauben- und Mövenkacke drauf bleibt, bis sie sich in den Lack eingeätzt hat.

Belfast


Belfast liegt nordwestlich an der Küste Irlands, in der Bucht Belfast Lough. Der irische Name Belfasts ist „Béal Feirste“, was übersetzt „Mündung des Farset“ bedeutet. Der Farset ist heute anscheinend versiegt und ersetzt durch River Lagan. Sie ist die Hauptstadt Nordirlands und die zweitgrößste Stadt der gesamten Insel.
Belfast ist eine Industriehafenstadt und hat, wie alle Hafenstädte einen besonderen Charme, wozu in Belfast die wunderschönen alten Häuser, Hafenkräne, die große Fußgängerzone in der Innenstadt und das ständige Kreischen der Möven noch beitragen. Es ist auch deutlich zu spüren, dass die Stadt sich im Aufschwung befindet. Sei es auf Grund des dauernden Windes oder das Gefühl, dass immer mehr Menschen für Frieden sind.

Im Nordirlandkonflikt war Belfast eine der Hauptschauplätze, was die Stadt auch heute noch für viele mit Vorurleitlen belastet. Der Konflikt ist zwar nicht vorbei, aber es wird viel getan um alle Fakten vor der Öffentlichkeit geheim zu halten. Das heißt, dass man hier nicht viel mitbekommt von gelegentlichen Bombenanschlägen, es sei denn es stirbt jemand dabei, was ein Glück in der Regel nicht der Fall ist. Heute beschränkt sich alles nur noch auf bestimmte protestantische oder katholische Stadtteile und Gebiete.
Es ist in Belfast also meiner Meinung nach leichter von einem Blitz getroffen zu werden als in die Luft zu fliegen - es sei denn man nimmt das Flugzeug.
Man sollte es nur vermeiden sich mit einem Nordiren auf eine politische Diskusion ein zu lassen - entweder gefällt die Meinung nicht und man bekommt ein blaues Auge oder mehr oder die Meinung gefällt und man wird zum Trinken aufgefordert und das endet dann wahrscheinlich mit einer Alkoholvergiftung, da die Menschen hier doch sehr trinkfest sind und wer will schon schlapp machen, wenn der andere noch gerade steht?




Sonntag, 3. April 2011

BELFAST
                              
Seit 1 Woche in Northern Ireland / Belfast

Samstag, 2. April 2011

Allergiehinweise

Allergiehinweise sind ja sehr praktisch. In Großbritannien findet man den Allergiehinweis auf jeder Packung. 
Die Briten nehmen es allerdings viel zu ernst mit den Hinweisen. So findet man z.B. hinten auf einem Erdnussriegel die Warnung: "Contains Nuts"! Noch besser wird es beim Fisch. Wenn man im Kühlregal nach dem Lachs greift, ist auf der Rückseite zu lesen "Contains Fish". Aber bitte doch!! Ich gehe ja davon aus, dass mein Lachs auch wirklich Fisch ist! Komisch wäre es allerdings wenn auf dem Lachs "Contains Nuts" steht!
 

Freitag, 10. Dezember 2010

Großbritannien und Salz

Es gibt ja so ein Klischee was besagt, dass das Essen in England nicht so besonders gut sein soll... Ich für meinen Teil halte es größtenteils wirklich nur für ein Gerücht! 
Gut teilweise ist es fade und teilweise zu stark gewürzt... aber wo ist es das nicht???!!!
.... Und mit Fish und Chips wollen wir auch gar nicht erst anfangen. Pommes und panierter Fisch mit Essig sind eben nicht jeder mans Sache!
Ich für meinen Teil liebe ja Essig und diesen auch auf meinem Fisch und meinen Pommes! Genauso wie die vielen Pastetenvariationen die es hier gibt! Und nicht zu vergessen: Schokolade in Tafelform gelingt den Briten nicht so gut... ganz anders als in gebackener Form... also ich rede von Brownies, Muffins, Cookies und Kuchen! Einfach grandios... was auch erklären würde warum manch ein Kleidungsstück langsam anfängt zu eng zu werden...
Zurück zum Anfang: ob im Essen zu wenig Salz ist- darüber lässt sich streiten! 
Aber was sicher ist: Briten können nicht mit Streusalz umgehen!
Sie wissen zwar, dass auf den Boden gestreutes Salz Eis schmilzen lässt oder ganz verhindert. Aber was sie haben noch nicht gelernt, dass es sinnvoller ist das Salz breit zu streuen, anstatt es immer häufchenweise hin zu schmeissen! Das heißt, auf der Treppe zu meiner Wohnung findet sich regelmäßig auf  jeder Stufe ein Häufchen Salz... und auch auf dem Gehweg sind relativ gleihmäßig kleine Haufen verteilt.
Aber erst richtig lustig wird es in den Overground Stations!
Da sie, wie der Name schon sagt, überirdisch liegen muss natürlich gestreut werden, damit nicht ausversehen mal einer ausrutscht und vor den nächsten Zug fällt. Ist ja schon sehr sinnvoll, theoretisch! 
Praktisch sieht es aber ganz anders aus.... Ja es wird gestreut und zwar jede Menge und vorallem mehr oder weniger gleichmäßig! Das was gestreut wird sind allerdings kleine Kügelchen die aus pulverisiertem Salz bestehen. Wenn man da jetzt noch genügend Feuchtigkeit hinzufügt, was ja passiert, wenn das Eis schmilzt, es schneit oder regnet, lösen die Kügelchen sich auf und es entsteht eine schmierig, glitschige Masse!
Meiner Meinung nicht viel besser als Eis....

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Winter Wonderland


  Es ist wieder so weit... und die Londoner haben nichts aus dem letzten Mal gelernt!
Land unter in London!
Und das alles nur wegen 10 cm Schnee!!
Ok ich liebe es....

Seit gestern Abend schneit es jetzt durch. Die wenigen Räumfahrzeuge kommen gar nicht mehr zur Ruhe, geräumt und gestreut werden sowieso nur die Hauptstraßen oder wo Busse im Schneckentempo lang fahren und die Tube und Overground haben Delays.(Transport for London hat auch gleich einen winter weather conditions-Bereich angelegt: http://www.tfl.gov.uk/ )Flüge verzögern sich und Gatwick ist ganz geschlossen.
Der Londoner bleibt sowieso zu Hause, wenn schon die 2. Schneeflocke vom Himmel fällt (man muss ja sicher gehen, dass die 1. sich nicht verirrt hat)
 .... so wie ich heute... allerdings eher unfreiwillig... ich hatte nur gehofft das es so kommt!
Nachdem ich mir die Füße fast an meiner Overgroundstation abgefrohren hatte, da die Züge, die eh schon alle 20 min kommen, noch 20 min Verspätung mindestens hatten, erschien dann endlich ein kleines Wörtchen auf der Anzeigetafel: "gecancelt"! 
Aus diesem Grund sitze ich jetzt wieder in meinem schön warmen Zuhause und beobachte wie immer mehr dicke weiße Flocken vom Himmel fallen.
Anfang dieses Jahres, bei dem ersten Schneechaos hier hieß es noch, es würde sich nicht lohnen mehr Schneepflüge an zu schaffen, da es wahrscheinlich die nächsten Jahre nicht wieder vorkommen würde... so kann man sich irren :) 
Obwohl ich doch zugeben muss, dass ich mehr Chaos erwartet habe... Die Delays verringern sich wieder und die Busse fahren doch relativ regelmäßig. Zumindest ist es das was ich von drinnen aus mitbekomme....
So jetzt noch ein paar Eindrücke:


Reiterampeln

Vor einer Weile am Triumphbogen in London gesehen:
Reiterampeln!

Heißt: es gibt an der Ampel nicht nur eine Übergangsbereich für Fußgänger oder Fahradfahrer... sondern auch einen für Reiter, schätzungsweise für die berittene Polizei.
In London sind die Fußgänger- und Radfahrerüberwege durch Striche rechts und links abgegrenzt. Wenn die Reiterampel dazu kommt ist neben dem Bereich für Fußgänger  noch ein schmalerer Pfad für Reiter.
Das beste ist jedoch, dass auch die Reiter einen eigenen Drückknopf haben!
Der normale für die Fußgänger sieht so aus:

Der Knopf für Reiter hängt ein ganzes Stück weiter oben , so das man als normal große Frau gar nicht dran kommt. Und hat natürlich ein Pferd mit Reiter abgebildet! 
Ich finde es schon außerordentlich praktisch, da der Reiter dann nicht jedes Mal absteigen oder sich tief runter beugen muss!
Allerdings frage ich mich auch gerade was passiert, wenn mal einer mit einem Pony daher kommt??

Freitag, 12. November 2010

Parken

Nein es geht nicht um Parplätze, sondern um Londons Parks! 
Das Wort "Parken", kurz für "In den Park gehen", hat eine liebe Person erfunden.
Ok... andererseits kann man Londons Parks im Sommer durchaus auch als "Menschenparkplätze" bezeichnen! Denn wie nicht anders zu erwarten ströhmt ganz London wenn es ansatzweise warm ist und schönes Wetter hat in die Parks! Und wenn man Glück hat und noch ein kleines Fleckchen für seine Decke findet, kann man sich dazu gesellen... Relaxen ist allerdings eher etwas komplizierter, da einem alle 10 min ein Frisbee, Fussball oder was sonst noch alles fliegen kann , zu fliegt, oder besser: mitten ins Gesicht! Laut ist es zudem auch noch, da jeder natürlich seine ganze Familie mitbringt ....

Ein anderer erwähnenswerter und nicht wegzudenkender Teil der Londoner Parks sind die kleinen grauen pelzigen Tierchen, dessen englischer Name für viele Deutsche schwer auszusprechen ist und immer wieder zur Belustigung der Engländer beiträgt, wenn es einer doch mal wieder versucht!
...und jetzt alle zusammen: "Squirrel"!
Der Brite liebt diese Einwanderer bekannter weise nicht sonderlich, da sie die einheimischen Vettern verdrängen, wirklich überall anzufinden sind und teilweise echt dreist werden können! So hat er (der Brite) sich überlegt, dann man sie ja auch essen könnte, was die Zahl schon um ein kleines wenig dezimiert... soll anscheinend gut schmecken!
Noch ein recht aufschlussreicher und lustiger Link dazu 
Andererseits hört man doch immer wieder ein "och wie süüüüß!" durch die Parks schallen... muss man auch nicht unbedingt ins Englische übersetzten, da es genug Deutsche hier gibt, um das als Zitat wieder zu geben!
Ich muss auch immer wieder überlegen, ob die Briten nicht irgendwie was falsch verstanden haben, denn:
was so süße Knopfaugen hat kann doch unmöglich eine Plage sein!!!
Aber vielleicht bin ich ja auch diejenige, die was falsch verstanden hat???

Außer Frage steht jedoch, dass Londoner Parks riesig und wunderschön sind!

Der Hampstead Heath z.B. hat eine Fläche von 3,2 km² und wenn man einmal ein Stückchen drinnen ist, kann man fast nicht glauben, dass aussen herum eine Großstadt ist!
 Zum entspannen vom Großstadtalltag ist auch dieser Platz im Hampstead Heath bestens geignet:




Also alles in allem ein seeehr vielseitiger Park und ich kann nur empfehlen: wer in London Urlaub macht, sollte auf jeden Fall mal ein oder zwei Museen weglassen und stattdessen einen Spatziergang machen ;)

Tesco-Kirche

Das noch zu dem vorigen Post Kirchen-saufen:
Jetzt gibt es auch einen Tesco in  einer Kirche:
http://www.thesun.co.uk/sol/homepage/news/3221002/Tesco-opens-store-in-church.html
Was auch mal wieder beweist, dass die EBriten manchmal seeehr widersprüchlich in sich selbst sind!! 
Sie haben nichts dagegen wenn man Kirchen zu Pubs Umbaut, aber wenn dann mal ein Tesco drinnen ist sind sie doch etwas empört, dass in einer Kirche Alkohol und Zigaretten verkauft werden.....mal als Beispiel genannt :)

Donnerstag, 4. November 2010

Halloween

Die Briten kennen ja bekanntlich kein Fasching, Fasnet, Karneval oder wie auch immer in dem Maße wie wir Deutschen! Es gibt zwar hier in London am letzten Augustwochenende den Notting Hill Carnival, der aber mehr Ähnlichkeit mit dem in Rio hat, als mit dem Deutschen....
Dennoch kommen die Briten in den Genuss des Verkleidens...denn es gibt ja noch Halloween!! In Deutschland ist Hallooween sozusagen als kleines Herbstfest, das sich aber immer mehr etabliert, bekannt, bei dem man Kürbise aushölt und die ein wenig verkleideten Kinder an die Türen klopfen und dir mitteilen, dass wenn du ihnen nichts süßes gibst sie dir saures geben. Hier in UK sind die Läden schon Wochen vorher mit dem ganzen Halloweenzeug voll, die Kinder werden mit den neumodischten Varianten von Süßigkeitensäckchen und Kostümchen eingekleidet, die Shops haben jede größe Kürbis die du dir wünscht und es gibt schon Anti-Halloween-Parties, um dem ganzen Kostümhype etwas entgegen zu bringen... für die die an Halloween nicht haufenweise Zombies, Vampiere, Hexen etc sehen wollen. Die die nicht mehr mit den Süßigkeitensäckchen in Kürbisoptik herum laufen gehen nähmlich, wahlweise auch als Marilyn Monroe oder Seemann verkleidet in den nächsten Club, um dort zu hoffen, dass sie den Kostümwettbewerb gewinnen...
Fazit: im Grunde was das Verkleiden angeht steht Halloween hier Fasching nichts nach, aber es gibt trotzdem nichts was für mich an Fasching heran kommt
Trotzdem ... als Zugabe ist es echt nett und da ich das Verkleiden sowieso liebe ... ich mag Halloween :)
Noch mehr mochte ich es, da ich den Kostümwettbewerb für mich alleine gewonnen hatte, nachdem die Klodame mir sagte, sie wolle mich nicht in ihren Träumen sehen!! 
... Mission "Gruselig" erfüllt ;)
Meiner Meinung nach hat eine Marilyn sowieso nichts an Halloween zu suchen... außer sie hat vorher ein Bad im Kunstblut genommen und eine Kettensäge dabei... 
Jedenfalls ist aufgefallen, dass es diese und jene Halloween-Feierer gibt. Die 1. Kategorie ist die, die sich eine Kunstwunde an die Backe klebt oder Teufelshörnchen aufsetzt um ja den freien Eintritt oder das gratis Getränk zu bekommen und die, die es richtig zelebrieren... Die letztere Gruppe sah teilweise aus als wären sie gerade von einem Filmset gekommen an dem gerade ein Film mit besonders gruseligen Monstern gedreht wird und ich fande mich im Gegensatz zu ihnen mit meiner nicht sehr niedlichen Schminke doch durchaus eher durchschnittlich...
Und ich habe mich jedes Mal gefragt wie viele Stunden sie im Bad verbracht haben, wenn ich schon 2 gebraucht habe!!
Schade ist nur, dass es nur diesen einen Abend gibt wo man verkleidungstechnisch die Sau rauslassen kann... Aber das nächste Halloween kommt bestimmt... und ich freu mich drauf!!